Onkologie

Malignes Pleuramesotheliom

Der Forschungsschwerpunkt der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Isabelle Schmitt-Opitz ist die Verbesserung der Behandlung des malignen Pleuramesothelioms. Malignes Pleuramesotheliom (Fachwissen)

Im Bereich der experimentellen Forschung werden verschiedenste translationale Projekte durchgeführt, die gemeinsam zum Erreichen dieses Ziels beitragen.

Einer der Schwerpunkte der experimentellen Forschung liegt auf der Untersuchung neuartiger Therapieansätze in Zellkultur- und Kleintiermodellen des malignen Pleuramesothelioms. Langjährige Arbeit auf diesem Gebiet lieferte die Grundlage für die klinische Anwendung des Chemotherapeutikums Cisplatin, gebunden an den körpereigenen Klebstoff Fibrin, in der Thoraxhöhle (sogenannte intrakavitäre Therapie) nach operativer Entfernung des Tumors. Nach einem Jahrzehnt Forschung im Labor wird diese Kombination aktuell in einer klinischen Phase II Studie (INFLuenCe-Meso) getestet.

In weiterführenden experimentellen Studien untersuchen wir nun die Möglichkeit mittels der intrakavitären Chemotherapie, für eine anschliessende Strahlentherapie zu sensibilisieren. Dies würde eine geringere Strahlendosis erlauben und somit einer grösseren Anzahl an Patienten zur Verfügung stehen.

In einem zweiten Projekt suchen wir neue Medikamente, die das Mesotheliom bekämpfen. Zu diesem Zweck behandeln wir aus Tumorgewebe gewonnen Zellen (in der Petrischale gezüchtet) mit verschiedensten neuen Wirkstoffen und untersuchen den Effekt, den diese auf das Zellwachstum haben. Bei den untersuchten Wirkstoffen handelt es sich z.B. um Inhibitoren von Proteinen und Signalwegen, die im Mesotheliom in zu hohen Mengen vorhanden sind und wahrscheinlich eine wichtige Rolle in der Entstehung des Mesothelioms spielen.

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Tumorzellen in Zellkulturtestplatte

Der zweite Schwerpunkt der experimentellen Forschung liegt in der Identifizierung neuer molekularer Marker, die im Tumorgewebe oder Blut der Patienten nachweisbar sind. Hier interessiert sich das Team zum einen für prognostische Marker, mit deren Hilfe es möglich ist, eine generelle Aussage über die Prognose der Patienten zu machen und zum anderen für prädiktive Marker mit deren Hilfe es möglich ist den Erfolg der Chemotherapie oder anderer Behandlungsmethoden vorherzusagen. Gerade die prädiktiven Marker (Vorhersagen des Therapie-Ansprechens) sind von besonderer Wichtigkeit, da die Information über den möglichen Erfolg oder Misserfolg einer bestimmten Behandlungsmethode den Patienten vor unnötigen erfolglosen Behandlungen bewahren kann und eine personalisiertes Therapiekonzept für den einzelnen Patienten ermöglicht.

Bei den untersuchten molekularen Markern handelt es sich um Proteine im Tumorgewebe, um sogenannte mikroRNAs - kleine Stücke genetischer Information, die eine wichtige Rolle bei der Feinregulierung der Signalwege in der Zelle spielen – sowie um Mutationen in der genetischen Information, die zu Veränderungen der Eigenschaften der Tumorzellen führen. Bei der Durchführung dieser Studien wird das Mesotheliom-Team der Thoraxchirurgie durch das Team der Klinischen Pathologie unterstützt.

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Zudem leitet Prof. Schmitt-Opitz die von der European Thoracic Oncology Platform (ETOP) initiierte Studie „Mesoscape 001 - pS6". Mesoscape ist eine europaweite zentrale virtuelle Tumorbank kombiniert mit einer klinischen Datenbank, die es teilnehmenden Zentren (Spitäler und Universitäten) ermöglichen wird, eine grosse Anzahl an Erkrankungsfällen zu untersuchen, um neue Biomarker zu finden. Beim ersten Projekt „Mesoscape 001 - pS6", handelt es sich um die Validierung des von Prof. Schmitt-Opitz' Team kürzlich identifizierten möglichen neuen prognostischen Tumormarker pS6, mit dem eine Vorhersage über das Überleben von Mesotheliompatienten möglich scheint.

Grants

Die experimentelle Forschung des Mesotheliom-Teams um Prof. Dr. Schmitt-Opitz wird überwiegend durch eingeworbene Fördergelder finanziert. Im Jahr 2011 erhielt Prof. Schmitt-Opitz eine SNF Förderprofessur, die über die ursprünglichen 5 Jahre hinaus um weitere 2 Jahre verlängert wurde und nebst 50% ihrer eigenen Stelle auch einen Teil des Forschungsteams finanziert. Zusätzliche finanzielle Förderung erhält die Arbeitsgruppe von der Vontobel Stiftung, dem Verein Lunge Zürich der Polianthes Stiftung, der Krebsliga Zürich, der Becon Foundation, der SUVA und Krebsforschung Schweiz.

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