Operative Vorgehensweisen

Die Einzel-Lungen-Transplantation wird in der Regel bei Patienten mit einer COPD oder Lungenfibrose durchgeführt. Dabei wird mittels posterolateraler Thorakotomie (seitlicher Schnitt entlang der Rippe) der Brustkorb geöffnet, der kranke Lungenflügel entfernt und die Spender- respektive Transplantatlunge an den vorpräparierten Hauptbronchus, und die Pulmonalarterie und an die Pulmonalvene, respektive an den linken Vorhof angenäht. Während der Operation wird der gesunde, kontralaterale Lungenflügel künstlich beatmet.

Bei einer COPD kommt es nur selten zu Hypoxämie (Blutsauerstoffarmut) oder hämodynamischer Instabilität (instabiler Blutfluss), was den Einsatz der Herzlungenmaschine erforderlich machen würde. Im Gegensatz dazu ist dies bei primärer pulmonaler Hypertonie oder bei Patienten mit Lungenfibrose und sekundärer pulmonaler Hypertonie öfter der Fall.

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Bei der bilateralen (beidseitigen) Lungen-Transplantation - häufig bei Patienten mit Zystischer Fibrose - erfolgte bis Ende 2000 der Zugang über eine transversale Thorakosternotomie, die sogenannte Clamshell- Inzision. In vielen Fällen kann heute diese Längsdurchtrennung des Brustbeins (Sternum) - mit ihrer höheren posttransplantären Komplikationsrate - vermieden werden und der Zugang über eine bilaterale anterolaterale (beidseitig, vorne und seitlich) Thorakotomie gewählt werden. Und falls notwendig, kann auf die Herzlungenmaschine zurückgegriffen werden.

Bei der kombinierten Herz-Lungen-Transplantation sie wird heute nur noch selten durchgeführt und ist vorwiegend Patienten mit kongenitalen Vitien (angeborenen Herzfehlern) und Eisenmenger-Syndrom-Entwicklung vorbehalten – erfolgt der Zugang über eine transversale Thorakosternotomie oder über eine mediane Sternotomie (Längsschnitt des Brustbeins). Die beiden Organe werden en bloc verpflanzt. Technisch wird die Operation als einfacher eingestuft als die isolierte Lungentransplantation. Falls jedoch Voroperationen stattgefunden haben, kann sie deutlich komplizierter werden als die isolierte Lungentransplantation. Die Verbindung der Luftwege wird als Trachea-Anastomose durchgeführt, die Aorta ascendens des Spenders mit derjenigen des Empfängers verbunden und der rechte Vorhof als Vorhof-Anastomose angeschlossen. Die Operation wird unter Einsatz der Herzlungenmaschine durchgeführt.

Erfreuliche Ergebnisse
In den vergangenen rund zwanzig Jahren hat sich die Lungentransplantation von einer experimentellen zu einer etablierten Therapie bei Patienten mit fortgeschrittener Lungenerkrankung entwickelt. Dies gelang aufgrund zunehmender Erfahrung und verbesserter Arbeitstechniken im Bereich der Operation selbst, der Anästhesie, Intensivstationsüberwachung und neuen Erkenntnissen in der Immunsuppressions-Behandlung, der Infektionsprophylaxe wie auch im Langzeitmanagement.

Verglichen mit den Anfängen der Lungentransplantation hat sich die Einjahres-Überlebensrate deutlich verbessert. Im internationalen Vergleich – in den Jahren 1988-1992 bei 62% - liegen die Werte aktuell bei 80%. Im Gegensatz dazu blieb das Fünfjahresüberleben weltweit praktisch unverändert bei 45%, was vor allem auf die weiterhin hohe chronische Transplantat-Abstossung zurückzuführen ist. Dem gegenüber liegen die Zürcher Resultate mit einem Einjahresüberleben von 80%, Fünfjahresüberleben von 65% und Zwölfjahresüberleben von 50%. Und bei Patienten, die seit 1998 bei uns im UniversitätsSpital Zürich transplantiert wurden, weisen 87% ein Einjahresüberleben und 72% ein Fünfjahresüberleben auf. Das perioperative Überleben liegt bei über 90%.

FOTO: Erste Lungentransplantation in der Schweiz/Spenderlunge von Patient nach Herzstillstand