Behandlung und Risiken nach TPL

Der Eingriff einer Lungentransplantation gilt heute als etablierte und sichere Therapie. Kritischer ist die Zeit nach der Transplantation. Für das Langzeitüberleben ausschlaggebend ist die spezifische und konsequente posttransplantäre Behandlung allfällig auftretender Entzündungsrisiken [10]. Denn im Gegensatz zu anderen transplantierten soliden Organen wie Herz, Leber oder Niere ist die transplantierte Lunge mit jedem Atemzug einer Vielzahl von Noxen (chemische Substanzen und physikalische Einwirkungen) ausgesetzt, was ein Hauptmerkmal für die gegenüber anderen Organen deutlich häufiger auftretende chronische Transplantat-Abstossungsreaktion ist: Die Immunabwehr transplantierter Patienten ist unterdrückt, gefährliche Krankheitskeime können leichter in den Organismus eindringen und sich dort ausbreiten. Risikofaktoren für die chronische Transplantat-Abstossung sind sowohl allo-immun bedingt (z.B. akute Abstossung) als auch nicht-allo-immun bedingt (z.B. Viren, Rückfluss von Speisesäften in die Speiseröhre, Pilze, organische und anorganische Schadstoffe in der Aussenluft, etc.).

Konsequente Nach- und Weiterbehandlung
Das posttransplantäre Management richtet sich stark auf die Früherkennung möglicher Schädigungen oder einer akuten Abstossung der transplantierten Lunge, da der Körper die neue Lunge als Fremdkörper empfindet. Mittels invasiver und nichtinvasiver Methoden wie Bronchoskopien, bronchoalveolärer Lavage und transbronchialen Lungenbiopsien wird der Zustand des Transplantats regelmässig überprüft. Und empfohlene regelmässige Lungenfunktionstests (Spirometrien) können vom Patienten auch zuhause durchgeführt werden.​